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6 Mathematik
Mathematik-Umgebungen
Für mathematische Formeln gibt es vier verschiedene Umgebungen. Einerseits kann die Formel innerhalb eines Abschnittes auftreten. Bei abgesetzten Formeln wird unterschieden, ob sie fortlaufend nummeriert werden sollen oder nicht. Zudem gibt es noch die Möglichkeit, eine ganze Liste von Formeln zu definieren.
Es ist wichtig zu wissen, dass Leerraum in Formeln unberücksichtigt bleibt. LaTeX wählt den Abstand zwischen Operatoren, Konstanten und Variablen automatisch. Die Konstanten und Variablen werden gemäss internationalem Standard dargestellt: Konstanten normal, Variablen kursiv.
Sämtliche Operationszeichen (+ - * /), die Relationszeichen (= < >) Klammern (( ) [ ]) sowie die folgenden weiteren Zeichen (: ! ' |) können direkt dargestellt werden. Sollen die geschweiften Klammern gedruckt werden, muss ihnen ein Backslash vorangestellt werden, weil sie als Befehlsklammern verwendet werden.
Inline-Formeln
Wenn eine Formel direkt im laufenden Text erscheinen soll, so verwendet man eine Inline-Formel, welche in $-Zeichen gesetzt wird.
::: example
latex
Die Formel von Pythagoras lautet $c^2 = a^2 + b^2$.Die Formel von Pythagoras lautet c2=a2+b2. :::
Die Verwendung der Dollarzeichen ist eine Abkürzung für die math-Umgebung:
latex
Die Formel von Pythagoras lautet
\begin{math}c^2 = a^2 + b^2\end{math}.Die bekannte Formel von Pythagoras, c2=a2+b2, bedeutet…
Die Umgebung equation
Die equation-Umgebung unterscheidet sich nur dadurch von der displaymath-Umgebung, dass die abgesetzten Formeln zusätzlich noch nummeriert werden. Die Formelnummer wird stets rechtsbündig angezeigt:
latex
Die Berechnung der Kathete im rechtwinkligen Dreieck zeigt die
Formel~\ref{eq:formel}.
\begin{equation}
c = \sqrt{a^2 + b^2}
\label{eq:formel}
\end{equation}
Selbstverständlich kann man sich im Text auch auf Formeln beziehen. Dies funktioniert genau wie bei Abbildungs- oder Kapitelverweisen, indem man in der equation-Umgebung ein Label definiert und dieses im Text referenzieren.
Wenn die Nummerierung weggelassen werden soll, wird die *-Variante equation* verwendet.
Die Umgebung align
WARNING
Für die Umgebung align muss das Paket amsmath eingebunden werden.
In der align-Umgebung können mehrere Formeln stehen (getrennt durch \\, die als Formelgruppe aufgeführt werden. Um Formeln beim Gleichheitszeichen auszurichten, fügt man vor und nach dem Gleichheitszeichen das Tabellen-Trennzeichen & ein.
latex
\begin{align}
c^2 &= a^2 + b^2 \\
c &= \sqrt{a^2 + b^2}
\end{align}Dieser Code erzeugt den folgende Ausgabe:

Verwendet man stattdessen die *-Variante align*, so entfällt die Formelnummerierung.
Formeln
Hoch- und Tiefstellung
In mathematischen Formeln kommen häufig Exponenten und Indizes vor. In LaTeX sind auch mehrfache oder sogar gleichzeitige Hoch- und Tiefstellungen problemlos darstellbar. Die Zeichen ^ resp. _ geben LaTeX an, dass das direkt folgende Zeichen hoch- respektive tiefgestellt werden soll. Um mehrere Zeichen hoch- oder tiefgestellt darzustellen, werden die geschweiften Klammern zur Gruppierung verwendet. Um also die Formel x1,2=a2 zu erzeugen, schreibt man folgenden Code:
latex
$x_{1,2} = a^2$Es geht aber natürlich auch komplexer, wie das Beispiel a1x2−1 zeigt:
latex
$a^{x^2-1}_1$Aufgabe
Bilde den folgenden Ausdruck nach:
A∗i2n∗n,mx12+2
latex
$$ A_{i^{2n}_{n,m}}^{x_1^2+2} $$Brüche
Für Brücke wird der Befehl \frac{z}{n} verwendet. Dabei ist z der Zähler und n der Nenner.
aman=an−m
latex
\begin{equation}
\frac{a^n}{a^m} = a^{n - m}
\end{equation}Im Fliesstext sehen Brüche wie aman nicht so toll aus. In dem Fall kann man sie auch mit einem Schrägstrich schreiben: an/am.
Wurzeln
Wurzeln werden mit dem Befehl \sqrt{} eingefügt.
c=√a2+b2
latex
\begin{equation}
c = \sqrt{a^2 + b^2}
\end{equation}Man kann auch n-te Wurzeln darstellen mit dem Befehl \sqrt[n]{}:
3√27=3
latex
\begin{equation}
\sqrt[3]{27} = 3
\end{equation}Aufgabe
Erzeuge den folgenden Text in deinem Dokument. Das Zeichen ± wird mit dem Befehl \pm erzeugt.
Die Lösungsformel der quadratischen Gleichung ax2+bx+c=0 lautet:
x_1,2=2a−b±√b2−4ac
Klammern
In mathematischen Formeln müssen sich die Klammern der Grösse des eingeschlossenen Terms anpassen. Dazu werden die LaTeX-Befehle \left( und \right) verwendet:
bnan=(ba)n
latex
\begin{equation}
\frac{a^n}{b^n} = \left(\frac{a}{b}\right)^n
\end{equation}Für verschiedene Arten von Klammern können die folgenden Befehle verwendet werden:
| Links | Rechts | Beispiel |
|---|---|---|
\left( | \right) | (ba) |
\left[ | \right] | [ba] |
\left\{ | \right\} | {ba} |
\left| | \right| | ∣∣ba∣∣ |
\langle | \rangle | ⟨ba⟩ |
\lceil | \rceil | ⌈ba⌉ |
\lfloor | \rfloor | ⌊ba⌋ |
Achtung: Da geschweifte Klammern in LaTeX eine besondere Bedeutung haben, muss ihnen ein Rückstrich vorangestellt werden.
Summen und Integrale
Das Summenzeichen wird durch den Befehl \sum, das Integral durch \int erzeugt. Häufig treten bei Summen oder Integralen obere und untere Grenzen auf, diese werden wie bereits bekannt durch ^ resp. _ direkt hinter dem Summen- oder Integralbefehl erzeugt.
i=1∑n∫ab
Die Schranken werden bei der Summe im abgesetzten Modus anders dargestellt als beim Integral. Um auch beim Integral die gleiche Darstellung zu erhalten, verwendet man den Befehl \limits.
latex
\sum_{i=1}^n \int\limits_a^bi=1∑na∫b
Aufgabe
Probiere die beiden Befehle (mit oberen und unteren Schranken) innerhalb eines Abschnittes aber auch in einer abgesetzten Umgebung aus. Was stellst du fest?
Aufgabe
Bilde die folgenden Formeln exakt nach:
∫x√(ax+b)3dx=32√(ax+b)3+2b√ax+b+b2
∫−18(dx/3√x)=23(82/3+12/3)=15/2
Funktionen
Anders als Variablen schreibt man Funktionsnamen in Formeln nicht kursiv. Deshalb müssen für Funktionsnamen Befehle verwendet werden. Hier ein paar Beispiele:
| Funktion | LaTeX | Funktion | LaTeX |
|---|---|---|---|
| sin | \sin | exp | \exp |
| cos | \cos | log | \log |
| tan | \tan | ln | \ln |
| arcsin | \arcsin | lim | \lim |
| arccos | \arccos | max | \max |
| arctan | \arctan | min | \min |
Symbole
Griechische Buchstaben
Die folgende Tabelle zeigt, wie griechische Buchstaben in LaTeX geschrieben werden. Für das kleine Omikron und einige Grossbuchstaben gibt es kein LaTeX-Befehl, es werden entsprechende lateinische Buchstaben verwendet. Die Kleinbuchstaben Epsilon, Theta, Rho und Phi werden als Variablen speziell dargestellt. Dafür gibt es die speziellen Befehle, welche mit \var beginnen.
| Buchstabe | klein | LaTeX | gross | LaTeX |
|---|---|---|---|---|
| Alpha | α | \alpha | A | A |
| Beta | β | \beta | B | B |
| Gamma | γ | \gamma | Γ | \Gamma |
| Delta | δ | \delta | Δ | \Delta |
| Epsilon | ϵ / ε | \epsilon / \varepsilon | E | \Epsilon |
| Zeta | ζ | \zeta | Z | Z |
| Eta | η | \eta | H | H |
| Theta | θ / ϑ | \theta / \vartheta | Θ | \Theta |
| Iota | ι | \iota | I | I |
| Kappa | κ | \kappa | K | K |
| Lambda | λ | \lambda | Λ | \Lambda |
| Mu | μ | \mu | M | M |
| Nu | ν | \nu | N | N |
| Xi | ξ | \xi | Ξ | \Xi |
| Omikron | o | o | O | O |
| Pi | π | \pi | Π | \Pi |
| Rho | ρ / ϱ | \rho / \varrho | P | P |
| Sigma | σ | \sigma | Σ | \Sigma |
| Tau | τ | \tau | T | T |
| Upsilon | υ | \upsilon | Υ | \Upsilon |
| Phi | ϕ / φ | \phi / \varphi | Φ | \Phi |
| Chi | χ | \chi | X | X |
| Psi | ψ | \psi | Ψ | \Psi |
| Omega | ω | \omega | Ω | \Omega |
Relationszeichen
In der nachfolgenden Tabelle finden Sie die am häufigsten verwendeten Relationszeichen. Es gibt aber zahlreiche weitere Relationszeichen, die hier der Einfachheit halber weggelassen wurden.
| Relation | LaTeX | Relation | LaTeX |
|---|---|---|---|
| ≤ | \leq | ⊂ | \subset |
| ≥ | \geq | ⊆ | \subseteq |
| ≠ | \neq | ⊃ | \supset |
| ≪ | \ll | ⊇ | \supseteq |
| ≫ | \gg | ∈ | \in |
| ∼ | \sim | ∃ | \exists |
| ≈ | \approx | ∀ | \forall |
Aufgabe
Stelle den Sinus- und den Kosinussatz korrekt dar.
Matrizen und Klammern
Matrizen können in der Mathematikumgebung mit Hilfe von Tabellen dargestellt werden. Die array-Umgebung verhält sich gleich wie die tabular-Umgebung.
x11⋮xn1x12⋮xn2⋯⋱⋯x1n⋮xnn
Diese Darstellung erreicht man mit folgendem Code:
latex
\begin{equation*}
\begin{array}{cccc}
x_{11} & x_{12} & \cdots & x_{1n} \\
\vdots & \vdots & \ddots & \vdots \\
x_{n1} & x_{n2} & \cdots & x_{nn} \\
\end{array}
\end{equation*}Die Punkte erzeugt man mit den Befehlen \ldots (low dots), \cdots (center dots), \vdots (vertical dots) und \ddots (diagonal dots). Zudem gibt es den Befehl \dotfill, der eine Spalte mit Punkten auffüllt.