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Chip-Industrie
Die Halbleiterindustrie gehört zu den wichtigsten Branchen unserer Zeit: Nahezu jede Industrie – vom Automobilbau über die Medizinaltechnik bis zur Rüstung – ist auf Chips angewiesen. In den letzten Jahren ist deutlich geworden, wie politisch diese Industrie ist.
Wer stellt Chips her?
Man unterscheidet zwei Arten von Firmen: Einige Firmen entwickeln Chips nur und lassen sie dann von anderen Firmen herstellen (sogenannte Fabless-Firmen, z. B. Apple, Nvidia, AMD, Qualcomm). Andere Firmen produzieren Chips im Auftrag – diese Auftragsfertiger nennt man Foundries.
Nur wenige Firmen weltweit können die modernsten Chips herstellen:
| Firma | Land | Bemerkung |
|---|---|---|
| TSMC | Taiwan | grösste Foundry der Welt; über 90 % der modernsten Chips (Stand 2023) |
| Samsung | Südkorea | zweitgrösster Hersteller modernster Chips |
| Intel | USA | stellt Chips vor allem für die eigenen Prozessoren her |
Allein TSMC produziert mehr als die Hälfte aller Halbleiter weltweit (laut Angaben der US-Regierung mindestens 70 %). Die Firma wurde 1987 gegründet und fertigt Chips für Kunden wie Apple, Nvidia, AMD und Qualcomm – also für fast alle bekannten Chip-Entwickler.
Die Schlüsselrolle von ASML
Noch extremer ist die Konzentration bei den Maschinen: Die EUV-Belichtungsmaschinen, ohne die kein Chip der neuesten Generation hergestellt werden kann, stammen von einer einzigen Firma weltweit – ASML aus Veldhoven in den Niederlanden.
- Der Weltmarktanteil von ASML bei Belichtungsmaschinen beträgt 80–90 %.
- Eine einzelne High-End-Maschine ist so gross wie ein Bus, kostet 185–360 Millionen Euro und muss mit drei Boeing 747 transportiert werden.
- ASML ist das wertvollste Technologieunternehmen Europas (Stand Anfang 2024).
Kosten
Die Herstellung modernster Chips ist enorm teuer:
- Eine Fabrik (eine sogenannte Fab) für modernste Chips kostet mehrere zehn Milliarden Franken.
- Weil die Transistorzahlen immer weiter steigen (siehe Moore'sches Gesetz), wird jede neue Chip-Generation teurer in der Herstellung.
- Auch die EUV-Maschinen selbst sind ein Kostentreiber: Eine Maschine kostet mehrere hundert Millionen Franken.